Das größte Bikertreffen ist ein Gottesdienst

Wer nach dem größten Bikertreffen ihn Deutschland sucht, wird sich wundern: Es wird von der evangelischen-lutherischen Kirche veranstaltet, und ist kein Rockkonzert oder Motorradrennen, sondern ein Gottesdienst. Alljährlich kommemotorcycle-552787_960_720n hier Biker aus ganz Europa zusammen um den Saisonauftakt zu feiern. Eine Satelitenveranstaltung des MOGO (steht für Motoradgottesdienst) findet auch auf Husum statt.

Die Idee der Motoradgottesdienste kam in den 60er Jahren auf. Ein Pfarrer namens Manfred Dörr veranstaltete den ersten MOGO beim Elefantentreffen auf dem Nürburgring, und diese Tradition besteht bis heute. Hier gedachte man auch den verstorbenen Kameraden, die in der vergangenen Saison ihr Leben ließen – ein Ritual, dass auch bald von anderen Gottesdiensten übernommen wurde.

1979 kamen 5000 Motorradfreunde einem Aufruf des Pfarrers Dörr nach und besuchten den Evanglischen Kirchentag mit ihren Bikes. Beim Hamburger MOGO sind es aber noch mehr: Bis zu 40.000 Motorräder hat man schon gezählt. Wenn nach dem Gottesdienst die Motoren aufheulen und man sich auf den Weg ins Hamburger Umland zur traditionellen Ausfahrt macht, werden dafür eigens die Autobahnen abgesperrt. Der MOGO-Tag beginnt aber mit der Ankunft gegen 9 Uhr morgens, dann werde die ersten Straßen nahe dem Gottesdienstgelände gesperrt, um die Bikes zu parken – also vor allem zur Schau zu stellen. Um 10 Uhr startet dann das Bühnenprogramm, mit Talkshows und natürlich jede Menge Live-Musik. Der eigentliche Gottesdienst startet dann gegen 12.30 Uhr und gegen 14 Uhr macht man sich dann auf zur großen Ausfahrt. gegen 18 Uhr ist das größte Motorradtreffen dann beendet und alle fahren hoffentlich sicher nach Hause.

Viele der Gottesdienste sind heute überkonfessionell und werden in fast allen Bundesländern veranstaltet. Oft sind zumindest Pfarrer der evangelischen und katholischen Kirche da, manchmal auch Rabbis und Imame. Auch wenn man wahrscheinlich bei Biker am wenigsten eine Verbindung zur Kirche vermuten würde, so scheinen viele doch die gemeinsame Besinnung und Andacht vor der kommenden Saison zu schätzen.

So ist es auch kein Wunder, dass diese Gottesdienste immer friedlich und gewaltfrei ablaufen

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